Kardiologie
Die Prävention für Herz-,Kreislauferkrankungen bildet einen Schwerpunkt der Praxis. Wir ermitteln Ihr persönliches Risiko nach dem PROCAM-Risiko-Fragebogen, wie es den aktuellen Leitlinien entspricht. Einzelheiten finden Sie in der folgenden Pressemitteilung über die Veranstaltung "Was schützt mein Herz am besten?" vom 13. Januar 2005 in Augsburg.
Verzicht aufs Rauchen, gesund essen, mehr bewegen und die richtige Behandlung können die Lebenserwartung deutlich steigern!
Von den sechs Jahren, die unsere Lebenserwartung in den vergangenen 30 Jahren gestiegen ist, sind knapp vier den Fortschritten in der Behandlung von koronaren Herzerkrankungen zu verdanken. Das erläuterte der Internist und Kardiologe Dr. Stefan Beil in einem Vortrag beim Gesundheitsforum Augsburg, das vom Verein VIVAXX (Verbund interdisziplinäre ambulant-stationäre Versorgung Augsburg) organisiert wird. Zusammen mit dem Allgemeinmediziner Dr. Manfred Lohnstein ging er der Frage nach "Was schützt das Herz am besten?" Die Antwort ist für die beiden Experten ganz einfach: Ein paar gut untersuchte, unkomplizierte Maßnahmen, die an zwei Händen abzuzählen sind, reichen aus, um das Leben deutlich zu verlängern.
Als Risikofaktoren für koronare Herzerkrankungen gelten:
1. Rauchen Zigaretten sind der Risikofaktor Nummer eins: 45 Prozent aller Herzinfarktpatienten sind Raucher. Und dabei kommt es auf jede einzelne Zigarette an, so Dr. Lohnstein: "Schon wer nur neun statt zehn Zigaretten raucht, hat etwas für sein Herz getan!" 2. Erhöhte Blutfettwerte Dass hohe Cholesterinwerte dem Herzen schaden, ist mittlerweile allgemein bekannt. Doch der Hausarzt warnte davor, nur das Cholesterin anzuschauen: "Der Mix aus den Risiken ist das Gefährliche" betonte er. 3. Bluthochdruck Er ist mittlerweile durch wirksame und nebenwirkungsarme Medikamente gut behandelbar, so der Mediziner. 4. Diabetes Die Zuckerkrankheit schädigt die Gefäße und ist damit ein Risikofaktor für koronare Herzerkrankungen. 5. Übergewicht Mit jedem überflüssigen Kilo mehr steigt die Belastung für das Herz-Kreislauf-System. 6. Psychosozialer Stress Psychische Belastungen wie zum Beispiel Scheidung oder der Verlust des Arbeitsplatzes können den Kreislauf erheblich beanspruchen! 7. Ernährungsgewohnheiten Viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch (nicht mehr als 115 Gramm, das entspricht etwa einem Fleischstück von der Größe eines Kartenspiels, zitierte Dr. Lohnstein aus amerikanischen Empfehlungen. 8. Bewegungsmangel Dreimal pro Woche eine Stunde bewegen, ganz egal ob Joggen, Walken, Spazierengehen oder einfach eine Haltestelle vor dem Ziel aussteigen und den Rest des Wegs zu Fuß laufen - da lacht das Herz! 9. Alkoholkonsum Die gute Nachricht: drei bis viermal pro Woche Rotwein in Maßen schützt das Herz. Mehr allerdings sollte es nicht sein!
Was ist aber mit dem Menschen, deren Herz bereits geschädigt ist?
Hier helfen vier Medikamentengruppen, die an verschiedenen Stellen ansetzen.
a) Die Blutverdünner Die Acetylsalicylsäure (bekannt zum Beispiel als ASS oder Aspirin) verhindert die Bildung von Blutgerinnseln in den Herzkranzgefäßen. Standard-Dosis für Patienten mit einem erhöhten Risiko für Gefäßkrankheiten sind 100 Milligramm pro Tag, so Dr. Beil. b) Die Cholesterin-Enzymhemmer (Statine) Sie sollen die Ablagerung unter der Gefäßwand zum Schmelzen bringen und verhindern, dass die Plaque aufbricht. Dr. Beil: "Ziel muss es sein, dass Patienten mit Durchblutungsstörungen am Herzen zu einem LDL-Wert von weniger als 100 Milligramm pro Deziliter kommen." c) Die Betablocker Ein menschliches Herz schlägt 60 mal pro Sekunde, das macht im Laufe eines 75-jährigen Lebens etwa 2,5 Milliarden Schläge. Diese Zahl scheint von der Natur so vorgegeben zu sein: Wer viel Stress hat, hat einen höheren Puls und eine geringere Lebenserwartung, so Dr. Beil. "Betablocker machen das Herz langsamer und schonen es auf diese Weise:" Das sei auch der positive Effekt von Ausdauersport: "Sportler haben auf Dauer gesehen eine niedrige Frequenz, das Herz spart damit Schläge für das Alter auf." d) Die ACE-Hemmer Diese neue Substanz wirke sich positiv auf Blutgefäße und Nieren aus - ein wichtiger Faktor für Herzpatienten, betonte Dr. Beil.
Wer seine Blutfettwerte kennt, kann im Internet online sein Herzinfarkt-Risiko testen: www.chd-taskforce.de
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